Wer kennt sie nicht, die Bilder aus Wolfach vom Wohlauf am Schellenmendig, vom Nasenzug am Fasnetsdienstag oder vom Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch? Das alte Fürstenbergerstädtchen im Kinzigtal ist für seine schöne und einzigartige Fasnet weit über den Schwarzwald hinaus bekannt. Die zahlreichen Umzüge, die vielen Narrenfiguren, der abwechslungsreiche Veranstaltungsreigen und die unzähligen aktiven Närrinnen und Narren machen die Wolfacher Fasnet zu etwas ganz Besonderem. Bemerkenswert ist auch die Organisation der Fasnet durch die Freie Narrenzunft, einer Zunft, die bis heute als freier, unabhängiger Zusammenschluss ohne Vereinsstatus auskommt. Aber auch die lange Tradition der Fasnachtsspiele in Wolfach macht die Fasnet hier aus.

Mit dem Stück „Die Altweibermühle“, einer Wolfacher Bühnenfassung der „Weibermühle von Tripstrill“ aus der Feder des um 1790 im Kinzigtal tätigen fürstenbergischen Schulvisitators Georg Anton Bredelin, wird hier in Wolfach bis heute regelmäßig eines der wohl ältesten Fasnachtssingspiele überhaupt aufgeführt. Aber es wurden im Laufe der Jahrzehnte auch stets neue Stücke geboten, mit großem Unterhaltungswert, mit launiger Spielfreude, mit beeindruckenden Kostümen und mit zum Teil gewaltigem Personaleinsatz.

In der Fasnet zeigt sich, dass in Wolfach eine aktive Bürgergesellschaft lebt, dass es hier viele Menschen gibt, die bereit sind, sich zu engagieren und aktiv einzubringen.

Ich finde es sehr passend, das Jubiläum 200 Jahre Freie Narrenzunft Wolfach mit besonderen Festspieltagen zu feiern. Vor allem, da auch Spielgruppen aus anderen Narrenstädten im Südwesten zu Gast sind und ihre Fasnachtsspielstücke aufführen.

Mir, als Freund der Fasnet und altem Narr geht da natürlich das Herz auf. Für dieses besondere Jubiläum und die Feier der Närrischen Festspieltage habe ich daher sehr gerne die Schirmherrschaft übernommen.

Ich wünsche allen Wolfacher Närrinnen und Narren und den Jubiläumsgästen ein erlebnisreiches Festwochenende und eine schöne Fasnet und grüße ganz herzlich mit einem kräftigen Narro!

Winfried Kretschmann
Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg


Grußwort des Bürgermeisters von Wolfach

Thomas Geppert (Bürgermeister) Wenn die Freie Narrenzunft Wolfach im Jahr 2015 ihren 200. Geburtstag feiert, so bedeutet dies, mehr als nur ein Geburtstagsfest zu feiern. Fasnet ist in Wolfach ein hohes Kulturgut mit Tradition über viele Generationen hinweg. Wenn der „Narro-Ruf” durch die Stadt ertönt, dann ist dies das Zeichen für den Beginn der wichtigsten Jahreszeit in Wolfach. Die bunte Vielfalt der Hästräger und die traditionellen Umzüge durch die Stadt an den Fastnachtstagen mit den Kaffeetanten und Trommlern, den Nasenzüglern am Fasnetdienstag und den Wäschern am Aschermittwoch haben für Wolfach ein weit über Deutschland hinaus bekanntes Bild der schwäbisch-alemannischen Fasnet geprägt. Bei Narrentreffen tritt Wolfach immer wieder durch die bunte Vielfalt und die große Zahl der Hästräger und mit unserer Stadt- und Narrenkapelle positiv in Erscheinung.

Wenn die Freie Narrenzunft ihr 200-jähriges Jubiläum feiert, so sind in diesem Jahr die Närrischen Festspieltage im Januar 2015 und an den Fasnachtstagen die Straßenfasnet in der Stadt und den Lokalen wieder ein großes Familienfest für unsere Narren, die Bevölkerung und unsere Gäste. Oft ist die ganze Familie fasnetinfiziert auf den Beinen und ehemalige Wolfacherinnen und Wolfacher kommen gerne in ihre Heimatstadt zurück, um mit uns allen närrisch durch die Straßen und Lokale zu ziehen.

200 Jahre Fasnet-Tradition veranlassen uns aber auch, zurückzublicken und die vielen Akteure in Erinnerung zu rufen, welche die Inhalte und Werte unserer Fasnet erforscht, gepflegt und verantwortungsbewusst von Generation zu Generation weitergegeben haben. Bürgerinnen und Bürger, deren Namen teilweise noch präsent sind, viele aber auch, die schon vergessen sind. Ihnen gilt unser Dank in diesem Jubiläumsjahr ganz besonders.

Den heutigen Akteuren des Jubiläumsjahres 2015 und der Festspieltage vom 16.-18. Januar 2015 unter Narrenvater Vitus Kessler danken wir für die viele Arbeit in der Vorbereitung und Durchführung der Jubiläumsfasnet.

Allen Besuchern, aber auch den Närrinnen und Narren unserer Stadt wünschen wir frohe, gesellige und friedliche Tage zur Fasnet 2015.

Thomas Geppert (Bürgermeister) und Gottfried Moser (Bürgermeister a.D.)


Grußwort des Narrenvaters der Freien Narrenzunft Wolfach, Hubert „Vitus“ Kessler

Herzlich Willkommen in unserer alten Narrenstadt Wolfach zum Jubiläumsfest anlässlich des 200. Geburtstags der Freien Narrenzunft Wolfach!

Die Fasnet hat in unserem Städtle einen großen Stellenwert. Sie ist so vielseitig, dass wir Wolfacher eine ganze Woche brauchen, um die Straßenfasnet mit ihren zwölf Umzügen zu feiern. Ein Programm, das seinesgleichen sucht im schwäbisch-alemannischen Raum.

Einer ganz besonderen Tradition huldigen wir am Schellenmendig, wenn wir den großen närrischen Festzug auf dem „Kruttmärkt“ vor dem Rathaus mit einem Festspiel krönen.

Das bekannteste und älteste dieser Festspiele ist die „Altweibermühle“, 1789 von Georg Anton Bredelin geschrieben und 1803 in Wolfach nachweislich aufgeführt. Unsere große Festspieltradition ist der Grund, warum wir zum Jubiläum unserer Zunft kein übliches Narrentreffen, sondern die Festspieltage feiern.

Dazu haben wir auch Festspielgruppen anderer Narrenzünfte eingeladen, um dieses ganz besondere Fest zu begehen.

Dass wir Wolfacher gerne feiern und unsere Fasnetstraditionen ausgiebig pflegen, ist weithin bekannt. Ich hoffe, dass wir dies erneut beweisen können und wünsche mir, dass wir gemeinsam mit unseren Freunden und Gästen ein schönes, närrisches Fest erleben werden.

Als stolzer Narrenvater der Freien Narrenzunft Wolfach grüße ich alle Närrinnen und Narren aus nah und fern mit einem dreifach kräftigen „Narro“!

Hubert Kessler, Narrenvater der Freien Narrenzunft Wolfach